Häufig gestellte Fragen zum Thema Zugewinnausgleich

In diesem Ratgeber finden Sie die häufigsten Fragen, die im Rahmen des Scheidungsverfahrens und dem Zugewinnausgleich aufkommen. Ihre Frage ist nicht dabei? Kontaktieren Sie uns gern!

Was ist der Zugewinnausgleich?

Haben die Eheleute keine ehevertraglichen Regelungen getroffen, leben sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gem. § 1363 Abs. 1 BGB. Eine Vermischung der Vermögen der Eheleute erfolgt nicht, sie bleiben auch während der Ehe getrennt. Hat ein Ehegatte z.B. vor der Eheschließung eine Immobile, bleibt dieser auch alleiniger Eigentümer. Kommt es zur Scheidung, wird der Zugewinnausgleich durchgeführt. Der Ausgleichsanspruch ist die Hälfte der Differenz zwischen dem Zugewinn, den ein jeder Ehegatte während der Ehezeit erwirtschaftet hat.

Wie wird er berechnet?

Für die Berechnung des Zugewinnausgleichs sind in erster Linie das Anfangsvermögen und das Endvermögen entscheidend. Dazu zählen z. B. Bankvermögen und Immobilien. Für das Anfangsvermögen wird grds. der Tag der Eheschließung zu Grunde gelegt. Der Stichtag für das Endvermögen ist der Tag, an dem der Scheidungsantrag zugestellt wurde. Schulden wirken sich mindernd auf das Endvermögen aus. Jeder Ehegatte hat Anspruch auf die Hälfte des Betrags, den der andere Ehegatte in diesem Zeitraum erwirtschaftet wurde.

Woher weiß ich, wie hoch das Vermögen meines Ehegatten ist?

Jeder Ehegatte hat gegenüber dem anderen einen Auskunfts- und Belegvorlageanspruch. So wird geklärt, über wie viel Vermögen jeder der Ehegatten zu Beginn und zum Ende der Ehe verfügt. Der Auskunftsanspruch bezüglich des Endvermögens ergibt sich aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch, § 1379 Absatz 1 Satz 1 BGB und der Auskunftsanspruch zum Zeitpunkt der Eheschließung aus § 1377 Abs. 1 BGB. Der Auskunftsanspruch besteht unabhängig davon, ob überhaupt ein Ausgleichsanspruch besteht. Die Auskunft haben die Ehepartner gem. § 1379 Abs. 1 S. 2 BGB zu belegen. Zusätzlich besteht noch ein Anspruch auf Auskunft über das Vermögen zum Zeitpunkt der Trennung. Dieser ergibt sich aus § 1379 Abs. 1 Satz 1 Nr.1 BGB. Sind Immobilien im Vermögen vorhanden, ist die Einholung eines Sachverständigengutachtens erforderlich.

Was fällt nicht in den Zugewinnausgleich?

Schenkungen und Erbschaften, die einem Ehegatten während der Ehe zugeflossen sind, werden beim Zugewinnausgleich nicht berücksichtigt. Diese werden als privilegiertes Anfangsvermögen bezeichnet. Eine Berücksichtigung erfolgt deshalb nicht, weil es nicht aufgrund der ehelichen Gemeinschaft erwirtschaftet wurde.

Wie lange kann der Zugewinnausgleich geltend gemacht werden?

Der Zugewinnausgleichsanspruch verjährt drei Jahre nach Rechtskraft der Scheidung.

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Mirja Klauß Fachanwältin für Familienrecht in Bremen